RNZ: "Über die Rente mit 67 müssen wir reden"

Veröffentlicht am 16.09.2009 in Presseecho

Stefan Rebmann kandidiert zum ersten Mal – Er ist für die Förderung der Altersteilzeit und sieht den Mittelstand als „Jobmotor“

Mannheim muss „rot“ bleiben, und zwar sozialdemokratisch rot. Das ist das Ziel von Stefan Rebmann, dem SPD-Kandidaten, der den Wahlkreis Mannheim direkt holen will. „Ich führe einen Erststimmen-Wahlkampf und habe keine Stimme zu verschenken“, sagt der 47-Jährige.

Dem Vorsitzenden des DGB Region Rhein-Neckar ist klar, dass er vor allem mit dem verdi-Chefvolkswirt Michael Schlecht („Die Linke“) bei der Bundestagswahl um die gleiche Klientel wirbt. „Ich weiß, was Angst um den Arbeitsplatz bedeutet“, sagt er daher gleich zu Beginn des Gesprächs. Drei Monate lang stand der gelernte Energieanlagenelektroniker selbst auf der Straße, bis er bei der BASF wieder arbeiten durfte. Und als ehemaliger Betriebsrat in einem Schwetzinger Unternehmen kennt er die Nöte der Arbeitnehmer hautnah. Der gebürtige Heidelberger tritt am 27. September in dem Wahlkreis an, den Lothar Mark vor vier Jahren direkt für die SPD gewonnen hat. In seinen zahlreichen Gesprächen an Info-Ständen, in den Bürgervereinen, mit Senioren und Ausländern kommt Rebmann immer wieder rasch auf Themen rund um das Arbeitsleben. Klar, er ist DGB-Chef und kennt die Probleme, die Arbeitnehmern auf den Nägeln brennen. Rente mit 67? Da steht er nicht dahinter, auch wenn seine Partei das in Berlin mit beschlossen hat. „Das muss nächstes Jahr über die Revisionsklausel geändert werden“, dafür will er sich einsetzen. Sein Ziel ist es auch, die Altersteilzeit zu verlängern. „Wenn jemand ausscheidet aus einem Betrieb, dann muss ein junger Mitarbeiter eingestellt werden“. Die Missstände, die sich in den letzten Jahren bei Zeitarbeitsverhältnissen eingeschlichen haben, sind ihm ein Dorn im Auge, „die müssen abgeschafft werden“. Auch die Ausnutzung junger Menschen durch immer wieder verlängerte Praktika –„das ist unanständig.“ Dass die Betriebsräte in der Krise als gute Krisenmanager aufgetreten sind, das muss seiner Meinung nach anerkannt werden. Dass der DGB-Chef, der ursprünglich für den Wahlkreis Schwetzingen-Bruchsal kandidieren sollte nun für die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs in den Ring steigt, ist für ihn kein Problem. Im Gegenteil: „Das ist eine überaus reizvolle Aufgabe“. Als „Mann für Mannheim“ sieht er keinen Widerspruch darin, dass er in der Quadratestadt zwar arbeitet, aber nicht wohnt, sondern quasi vor ihrer Haustüre, in Schwetzingen. Als Gewerkschaftschef vertritt er 125 000 Arbeitnehmer aus Mannheim und darüber hinaus, da habe er ohnehin den Blick auf die ganze Region.
Was Stefan Rebmann erreichen will für Mannheim? Das Potenzial der guten Verkehrslage noch verbessern. Verbesserung des Verkehrs auf der Schiene, der Ausbau des ICE-Knotenpunktes, des Güterbahnhofs, des Hafens, der Autobahnen, die Logistik lässt sich noch verbessern. „Da steckt viel Potenzial für Unternehmen und Arbeitsplätze drin,“ so Rebmann. Aber: Es müssen auch die Lebensverhältnisse der Menschen verbessert werden, mehr Geld muss seiner Ansicht nach unbedingt in Bildung und Gesundheit fließen. Rebmann könnte sich eine einmalige Vermögensabgabe vorstellen, so wie es nach dem Zweiten Weltkrieg den Lastenausgleich gab. Die Erhöhung des Spitzensteuersatzes um zwei Prozent, auch das wäre eine Möglichkeit, um Geld ganz gezielt in die Bildung zu stecken. „Das wäre gerechter als die Erhöhung der Mehrwertsteuer“, findet Rebmann. Auf die „Agenda 2010“ aus der Ära Schröder angesprochen, sagt der Kandidat für den Wahlkreis 275 deutlich: „Gut 80 Prozent davon sind ok, das andere sollte man ändern.“ Fest steht für ihn auch, dass es kein Zurück mehr bei der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe gibt. Denn das habe vielen Menschen Vorteile gebracht. Berührungsängste mit der Wirtschaft hat der DGB-Mann überhaupt nicht. IHK, Handwerkskammer und Gewerkschaften müssen an einen Tisch, um die Zukunftsprobleme zu lösen. „Wenn es um die Schaffung von Arbeitsplätzen geht, gibt es keine ideologischen Schranken,“ lässt der 47-Jährige keinen Zweifel. Und mittelständische Unternehmen sind für ihn ein „Jobmotor“. Wird er gewählt, will Rebmann in den Ausschuss Arbeit und Soziales, in die Ausschüsse Haushalt und Außenpolitik. Ja, und für Mannheim als Kulturhauptstadt 2020 will er sich stark machen.

Rhein-Neckar-Zeitung,
15.09.2009

 
 

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